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Im Profil: Thorsten Stricker

Immerhin. Neun Namen sind die gleichen. Das ist viel, wenn man bedenkt, wie oft ich mit meiner Meinung allein bin, wenn es um Aufstellungen beim Fußball geht. Thorsten Stricker antwortet auf die Frage nach den aktuell besten Nationalspielern fast genauso wie ich. Haben wir uns deswegen gut verstanden die letzten Monate (und Jahre)? Ich glaube nicht. Er vertritt seine Meinung zwar auch entschieden. Er lässt seinem Gesprächspartner allerdings auch viel Raum, um in der Diskusssion nicht unterzugehen. Ich bin da rigoroser. Ein Nachteil, aber ich kann es schwer ändern. Er hat mich - so glaube ich - so akzeptiert, wie ich bin. Das hat ungemein geholfen in der vergangenen Saison. In der Thorsten Stricker, der Ur-Haller, dem SV Häger geholfen hat, wie sonst nur wenige. Er war auch schon im Jahr davor eine wichtige Stütze. Mit all seinen ansonsten manchmal rar gewordenen Charaktereigenschaften: viel Gefühl, Zuverlässigkeit, ehrliche Freundschaft, Fußballverstand. Aber in der vergangenen Saison musste er zur Halbserie irgendwie doch über seinen Schatten springen. Als Christian Vobejda seinen Rücktritt bekanntgab und ich selber einen (lange geplanten) Krankenhausaufenthalt vor mir hatte, sagte er zu, die Mannschaft in einer ganz schwierigen Situation zu übernehmen. Und rettete sie vor dem Abstieg, den viele nicht einmal hatten kommen sehen. Der aber näher war, als manche heute noch glauben. Über seinen Schatten springen? Ja, ich glaube, es liegt ursprünglich nicht in seinem Naturell, harte Entscheidungen (über Aufstellungen etc.) überbringen zu müssen, Hart zu sein, wenn der Spielverlauf es erfordert. Er konnte das alles, als es darauf ankam. Schaffte den Klassenerhalt souverän. Und behielt die Anerkennung von allen. Auch von den "Ausgewechselten" und "Nicht-Nominierten". Ein klares Indiz: Es gab nicht eine Abmeldung und noch nicht einmal eine einzelne negative Meinungsäußerung von Spielern, die uns verlassen, über seine Tätigkeit . . .

Er sagt es in seinen (nachfolgenden) Antworten selbst: Er bleibt ein Haller. Wir respektieren es. Aber für uns bist Du auch ein Hägeraner. Du hast schon jetzt Spuren hinterlassen. Bei ganz vielen. Bei den Spielern (Du bist ein Teil der Mannschaft). Bei Gustav (das liegt vermutlich auch an der Liebe zum FC). Bei Rüdiger ("hast Du gesehen, wer die Bälle aus Tebbes Wiese geholt hat? Das tut nicht jeder") Und bei mir. Weil Du meinem HSV geholfen hast, als es ihm und mir schlecht ging. Weil Du immer ehrlich warst (in der Altstadt). Und weil Du bei all meinen Entscheidungen nie angezweifelt hast, dass ich das Beste für den kleinen HSV will.


 

 

Namen, Zahlen & Daten

Alter: 40
Geboren: Halle/Westfalen

Wohnort: Halle

Beruf: Angestellter; Qualitätssicherung Kob.-Sengewald

Sportliche Stationen: SC Halle, SV Häger

Verheiratet/ Freundin: kein Platz bei dem vielen Fußball


Strickers Lieblinge

Musik: Bruce Springsteen, U2, alles, was rockt
Essen: ja
Getränk: unter der Woche Kaffee, am Wochenende Bier
Buch: Robert Enke - "Ein viel zu kurzes Leben"
Film: "Club der toten Dichter" und "Ticket für Zwei"
Sportler: Harald "Toni" Schuhmacher
Fernsehsendung: früher Sportschau, jetzt Sky Bundesliga
Politiker: Helmiut Schmidt. Leider gibt es in der heutigen Generation nicht einen einzigen, der nur annährend sein Format hat
Schulfach: Deutsch
Auto: BMW
Hobby – außer Fußball: Lesen, Computer

Strickers Extreme

Meine größte Fehlentscheidung: FC-Fan zu werden. Obwohl: Ich hatte eigentlich keine Wahl. Das kam einfach so . . .
Meine größte Stärke: Ehrgeiz, Zuverlässigkeit
Meine größte Schwäche: Ungeduld
Mein bester Trainer: Norbert Eilenfeld
Mein erster Berufswunsch: Öhm, keine Ahnung. Ist schon zu lange her. Ich geh schließlich schon auf die Rente zu . . .
Meine längste Rede: Nicht reden, einfach machen
Mein größter Erfolg: Aufstieg als Trainer der Haller-B-Jugend in die Bezirksliga 2001. Einfah, weil's eine perfekte Truppe auf und neben dem Platz war.

Meine schönste Niederlage: Bayern München gegen Manchester United 1999 im CL-Finale. Endlich Ruhe im Bayern-Karton.

Mein schlimmster Gegner: Elias Diaz, weil der immer Tore mit Ankündigung gegen mich gemacht hat.
Meine liebster Mitspieler: Holger Wibbing
Mein größter sportlicher Wunsch: kein Abstiegskampf mit dem FC


Neun Stichworte für Stricker

Handys: leider ein "must have" heutzutage
Fairness: oberstes Gebot
Bor. Mönchengladbach: wer?
1. FC Köln: mein Verein, von dem ich mich immer wieder viel zu sehr vereinnahmen lasse
Torwarte: gute sind auch immer wieder irgendwo bekloppt
SV Häger: ist meine zweite Heimat geworden

Schutzi: super Betreuer. Lässt sich nicht verbiegen. Nur diese Schwäche mit diesem komischen, ostholländischen Verein . . . Na, ja.

SC Halle: neben Köln mein Verein, in dem ich immer gespielt habe. Werd' ich auch nicht von loskommen. Dazu habe ich da zu viel erlebt. Sowohl im positiven als auch negativen Sinne
Uli Stricker: Mr. SC Halle. Ohne ihn würd's da schlecht(er) aussehen

Fragen über Fragen

Wem ich gerne einmal die Meinung sagen würde: da gibt's zuviele, um die hier aufzuzählen
Worüber ich zuletzt geweint habe: beim Lesen des Buches über das Leben von Robert Enke. Wirklich erschütternd
Wen ich gerne einmal treffen würde: Helmut Schmidt
Was mich auf die Palme bringt: unnötige Niederlagen, weil man nicht alles gegeben hat, und wenn das Bier alle ist
Mit wem ich gerne einmal einen Tag tauschen möchte: mit niemandem
Wenn ich deutscher Nationalspieler wäre, sollten die anderen zehn heißen: Lahm, Hummels, Mertesacker, Schmelzer, Khedira, Schweinsteiger, Özil, Podolski, Müller, Klose
Worüber ich lachen kann: Loriot
Wo ich mich am wohlsten fühle: im Urlaub in Irland
Welche Peinlichkeit ich nie wieder erleben möchte: nachdem ich jahrelang Jugendfreizeiten nach Spanie organisiert habe, müsste ich die Palette an verfügbaren Peinlichkeiten eigentlich komplett durch haben . . .