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Im Profil: Jens Bergander

Irgendwann bekommen sie halt die Binde. Unweigerlich. Und ohne, dass sie es wollen. Es lohnt sich - gerade in heutiger Zeit - darüber nachzudenken, warum das so ist. Auch hier ist der Fußball ein Abbild des normalen Lebens. Und ist im Begriff, sich zu verändern. Zum Negativen. Worüber wir bei Jens Bergander reden, ist natürliche Autorität. Die sich speist aus dem Sein. Nicht aus dem Schein. Zu schwierig? Zu gestelzt?. Sagen wir es anders: Da gibt es jemand, der verstellt sich nicht. Der ist, wie er ist. Und will gar nichts Besonderes sein. Und doch kommt er nicht darum herum. Weil viele eben doch wissen, dass das, was er tut, eigentlich der richtige Weg ist. Der den Weg geht, den man manchmal selber nicht schafft. Im öffentlichen Leben - Politik, Wirtschaft - tauchen immer mehr Menschen in herausgehobenen Positionen auf, die diese natürliche Autorität nicht haben. Sondern "gemacht" werden. Gepusht, promoted, von Zeitungen in eine Rolle geschrieben. All das ist auf Sand gebaut. Es kommt immer 'raus. Nicht bei Jens Bergander. Er ist in vielen Diskussionen derjenige, der die ausufernden Debatten mit einem Satz zurück bringen kann auf das Wesentliche. Will heißen: Scheiß auf Spielsysteme, scheiß auf die Aufstellung, scheiß auf die Taktik - wenn die Mannschaft nicht kämpft, geht's ohnehin nicht. Und dann will ich auch nicht gewinnen. Was nicht heißen soll, dass dem Kapitän der 2. Mannschaft die erstgenannten Dinge egal sind. Die Grundtugenden müssen für ihn stimmen. Das hat ihm Anerkennung gebracht. Von allen. Weil er es immer bringt. Gibt es ein größeres Lob? Man wünscht ihn sich in seiner Mannschaft. Er geht bis an die eigenen physischen Grenzen, er gibt nie auf, er tut dem Gegner weh und will es wirklich nicht. Er ist (eigentlich) nie verletzt, er motzt nicht, er muntert auf. Er ist das Beispiel dafür, dass man messerhart gegen den Gegner spielen kann - und dieser sagt einem nachher nie: "Hör 'mal, Euer 6er, der hat sie doch nicht alle". Rene, Dan, Franco, Tronje, Seppo, Jörg, Else - verschiedener kann's kaum sein - schätzen den Mann, dem nichts weh tut (höchstens nach dem Schlusspfiff), der auf Bäume steigen kann, als hätten sie Treppen. Dessen Wesen - er wird es (natürlich) übertrieben finden - uns in Wirklichkeit angetrieben hat. Zu Fairness, zum Kampf. Zum Weitermachen insgesamt. Ich weiß, dass er manchmal Bauchschmerzen hat. Vor wichtigen Spielen. Darauf bin ich stolz. Dass er es mir erzählt hat . . .

 

Namen, Zahlen & Daten

Alter: 30
Geboren: am 27. Juni 1980 in Bielefeld

Wohnort: Borgholzausen

Beruf: Regenbogen-Gesamtschule Spenge, danach Ausbildung zum Dachdecker und Bauingenieur

Sportliche Stationen: TuS Solbad Ravensberg, TV Neuenkirchen, SV Häger

Verheiratet/ Freundin: noch nicht - meine Freundin heißt Svenja


Berganders Lieblinge

Musik: alles, was rockt
Essen: Omas Semmelknödel
Getränk: Bier ist okay
Buch: Die Säulen der Erde, Stieg Larsons Trilogie
Film: Forrest Gump
Sportler: gibt es 'ne Menge
Fernsehsendung: Sportschau, Bundesliga
Politiker: gibt es keinen
Schulfach: Mathe
Auto: Passat
Hobby – außer Fußball: Unimog, Angeln, Mountainbike

Berganders Extreme

Meine größte Fehlentscheidung: ich kann mich nicht erinnern
Meine größte Stärke: Ausdauer
Meine größte Schwäche: Nutellabrot
Mein bester Trainer: meine Freundin
Mein erster Berufswunsch: hatte ich einen?
Meine längste Rede: Mitarbeiter-Besprechung bei Bergander Bedachungen
Mein größter Erfolg: vergessen

Meine schönste Niederlage: auch vergessen

Mein schlimmster Gegner: Türk Sport, Kupferhammer
Meine liebster Mitspieler: jeder, der sich für mich genauso zerreißt, wie ich mich für ihn
Mein größter sportlicher Wunsch: irgendwann man ein Aufstieg, irgendwo


Neun Stichworte für Bergander

Handys: gibt's zu viele
Fairness: steht an erster Stelle
Fitness: meine? Überragend . . .
Schweden: Elche, Ruhe, Entspannung, dicke Fische, Wälder, Seen
Häuser bauen: ist gut für ein Dach über dem Kopf
SV Häger: eine Klasse für sich
Dan Strecker: ein Wahnsinns-Typ
Mein Onkel als Schiri: Fußball spielen kann er besser
Familienbetrieb: nicht immer einfach

Fragen über Fragen

Wem ich gerne einmal die Meinung sagen würde: Schweigen
Worüber ich zuletzt geweint habe: da war irgend so ein Film, der war so traurig
Wen ich gerne einmal treffen würde: Drew Barrymore
Was mich auf die Palme bringt: Schauspielerei auf dem Fußballplatz
Mit wem ich gerne einmal einen Tag tauschen möchte: Hugh Hefner
Wenn ich deutscher Nationalspieler wäre, sollten die anderen zehn heißen: ach, herjee
Worüber ich lachen kann: über einen guten Witz
Wo ich mich am wohlsten fühle: zuhause bei meinen Liebsten
Welche Peinlichkeit ich nie wieder erleben möchte: wenn sich meine Bekannten jemand anderem gegenüber respektlos verhalten