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Im Profil: Dominic Drees

Es gibt Menschen, die sagen über Fußball Sätze, die ewig Gültigkeit zu haben scheinen. Hermann Mielke, ein Mann, heute nahe der 70, war so einer. "Einen Roten", sprach er einst auf einer HSV-Sportwerbewoche, auf der er früher nicht wegzudenken und vor allem nicht zu überhören war, "brauchst Du in der Mannschaft. Ohne einen Roten geht es nicht." Gemeint war vordergründig - natürlich die Haarfarbe. Dahinter aber steckte wohl mehr. Die Auffassung zum Beispiel, dass Männer mit einem roten Haarschopf bestimmte Charaktereigenschaften mit sich bringen. Ein Stück Besonderheit, ein wenig Verbissenheit vielleicht, 'mal hier ein bisschen nicklig, 'mal dort in Sekundenschnelle aufbrausend. Aber immer wieder zur Versöhnung, zum Handschlag, zum Miteinander bereit. Auch wenn bei Dominic Drees, dem Mann, der in dieser Saison zusammen mit Jens Horstmann die "Zweite" trainiert und managt, die einstmals roten Haare im Alter scheinbar immer blonder werden: ein wenig ist schon dran an dem, was der große Tenor namens Mielke sagte. Nicht zuletzt der unvergessene Maik Slotta hat es im Hägeraner Dress untermauert. Und Domme, wie sie Dominic fast alle nennen, arbeitet weiter an der Bestätigung der Theorie. Es gab eine Saison, seine erste, da war er mehr als unverzichtbar für den kleinen HSV, der nach einem Bezirksliga-Abenteuer wieder angekommen war in der harten A-Liga-Realität. Knallhart war dort der Abstiegskampf und schnelle Stürmer rar im Kader. Da trumpfte Dominic Drees - aus Steinhagen nach Häger zurückgekehrt - unvergesslich auf. Schoss nicht nur Tore im zweistelligen Bereich, sondern ganz, ganz wichtige. Wie am Bolbrinker gegen SuK, als die Mannschaft nach einem Platzverweis mit dem Rücken zur Wand stand. Und dann doch durch einen der unvergleichlich harten Drees-Freistöße den lebenswichtigen Dreier mitnahm. Wie in Hillegossen, als Punkte gegen den designierten Aufsteiger her mussten, ein frühes Tor die Führung bescherte und dann eine einzige Abwehrschlacht um den überragenden Libero Stephan Pleye folgte. Als die Kräfte nachließen, kurz vor Schluss, setzte Dominic den langen Konter. Die Rettung. Die Schnelligkeit hat er noch immer. Die Schusskraft auch. Inzwischen aber spielt er weiter hinten, versucht zu dirigieren und zu helfen, wo es geht. Manchmal hat man den Eindruck, es geht zu Lasten, der einstigen Torgefährlichkeit . . . Egal. Er ist da. Ob rot, oder nur noch rotblond: noch immer ist er ganz wichtig und noch viele wichtige Jahre für den HSV liegen vor ihm.


Namen, Zahlen & Daten

Alter: 25
Geboren: in Bielefeld

Wohnort: Bielefeld

Schule/ Lehre/ Beruf: Gertrud-Bäumer-Realschule; Ausbildung zum Karosseriebauer; jetzt Qualitätsprüfer/Maschinenführer in einer Metallveredelungs-Firma in Bielefeld

Beim SV Häger: jetzt in meinem 6. Jahr. Ohne die Zeit in der Jugend (die wurde in der C mangels Kinder aufgelöst); dort war ich nämlich schon ab den Minis aktiv

Verheiratet/ Freundin/ Kinder: noch nicht; ich lebe mit Michaela und Noah (1/2 Jahr) zusammen


Drees' Lieblinge

Musik:
The Hives, Fettes Brot, Bloc Party (dank Haga) und vieles mehr
Essen: Spaghetti Bolognese, Rinderfilet medium, Stadionwurst
Getränk: Becks & Fanta
Buch: nur eine Zeitschrift - 11 Freunde
Film: Bang Boom Bang, Bud Spencer & Terence Hill, Hangover und vieles mehr
Sportler: Zinedine Zidane aufgrund seines Könnens; Thorsten Frings aufgrund des unbedingten Willens, gewinnen zu wollen; Claudio Pizarro (Schlitzohr), Franz Beckenbauer (Kaiser)
Fernsehsendung: Sportschau
Politiker: ich finde, Herr zu Guttenberg macht seinen Job gut
Schulfach: Technikunterricht und Mathe
Auto: Oldtimer
Hobby – außer Fußball: laut Michaela gibt's nichts weiteres. Ich würde sagen: mit Freunden treffen und Kaffee trinken und - Noah

Drees' Extreme


Meine größte Fehlentscheidung:
mich früher nicht auf das Wesentliche konzentriert zu haben
Meine größte Stärke: nicht verlieren zu wollen
Meine größte Schwäche: nicht verlieren zu können
Mein bester Trainer: Wolfgang Irmer (A-Jugend, VfL Theesen) und Christian Vobejda (kommt dem ganzen sehr nahe, aber ich kenne ihn noch nicht so gut)
Mein erster Berufswunsch: Schreiner (8. Klasse)
Meine längste Rede: wird, wenn ich Glück habe, nicht auf meiner kommenden Hochzeit sein
Mein größter Erfolg: Noah
Meine schönste Niederlage: gibt's nicht. Jede Niederlage ist bitter und unnötig
Mein schlimmster Gegner: Hamburg
Mein liebster Gegner: alles aus dem Altkreis Halle. Außerdem noch Kaiserslautern; das sind immer 6 sichere Punkte für Werder. Gegen Theesen habe ich bis jetzt immer getroffen
Mein größter sportlicher Wunsch: ein Aufstieg mit Häger als Trainer und dann mindestens ein Jahr die Klasse halten. Und (Jugend)trainer bei Werder Bremen


Neun Stichworte für Drees

Handy: iPhone
Meckern im Spiel: mache ich viel zu oft und andere viel zu wenig
Trainer und Spieler sein: ist in Kombination schwer, aber es macht beides sehr viel Spaß
Rote Haare: bitte Daniel K. fragen. Bei mir sind sie nicht mehr so ausgeprägt
Werder Bremen : macht immer Spektakel, egal, ob vier schießen, oder vier bekommen. Aber DER Verein mein Leben lang
Zweite Mannschaft: in allen Sachen eine nette, tolle Truppe, wo die Mischung aus Alt und Jung stimmt (wichtig für in der Kabine). Teilweise öffnet sie aber auch fußballerische Abgründe
Atomkraft: würde den Rahmen sprengen. Aber es haben sich viele Leute noch unglaubwürdiger gemacht
Gefühle: sind sinnvoll, solang man damit umgehen und diese auch zeigen und zulassen kann
Häger: MEIN VEREIN hat MEIN LEBEN zerstört


Fragen über Fragen

Wem ich gerne einmal die Meinung sagen würde:
Arbeitskollegen und Leuten aus meinem privaten Umfeld
Worüber ich zuletzt geweint habe: über die Geburt meines Sohnes
Wen ich gerne einmal treffen würde: ich fände eine Elefanten-Runde mit Beckenbauer, Frings, Effenberg, Zidane, Tuchel, Schaaf, Pizarro und Cristiano Ronaldo nicht schlecht
Was mich auf die Palme bringt: wenn Spieler unzuverlässig sind, mich probieren, zu verarschen ("Nein, Trainer. Ich war gestern nicht weg") und wenn diese nicht tun, was man ihnen sagt. Privat hat Michaela mir sehr geholfen (unabsichtlich), dass ich mich nicht mehr so schnell aufrege. Sonst wäre ich nur auf der Palme
Mit wem ich gerne einmal einen Tag tauschen möchte: Charlie Happer
Wenn ich Chefredakteur der NW wäre, würde ich . . . an dem nicht abgerufenen Potenzial verzweifeln und mich aufgrund von disziplinarischen Maßnahmen mit Jörg Müller in die Haare bekommen. Oder, wenn das beides nicht eintritt, würde ich jeden Montag mit voller Freude auf den obersten Tabellenplatz gucken
Worüber ich lachen kann: über ganz viele Schoten, die in der Kabine passiert sind. Der SV Häger ist die beste Sitcom der Welt
Wo ich mich am wohlsten fühle: zuhause auf der Couch mit Frau und Kind und der Gewissheit, Zeit zu haben
Welche Peinlichkeit ich nie wieder erleben möchte: das wäre hier zu peinlich zu erzählen