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Im Profil: Dr. Christian Vobejda

02.10.2010

Schon einmal hat der SV Häger gute Erfahrungen mit einem Mann gemacht, der vor dem Namen den Titel trug. Wer erinnert sich nicht an Dr. Christian Thelemann und Hannas Frage an der Theke: „Darf ich Sie duzen?“ Damit hat gewiss auch unser neuer Trainer für die Saison 2010/11 kein Problem. Dr. Christian Vobejda ist alles andere als ein unnahbarer Akademiker. Sondern Fußballer und Trainer durch und durch.

Der Dozent der Sportwissenschaften kommt gebürtig aus Rheinhausen, hat dort auch seine ersten Versuche am runden Leder unternommen. Bayer 05 Uerdingen (dort stand er im Kader des Oberligisten; damals immerhin 3. Liga, schaffte den Sprung aber nicht ganz), Duisburg 08 und SuS Krefeld waren weitere sportliche Stationen des Mittelfeldmannes, der immerhin schon einmal in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals antreten durfte. „Mit Uerdingen haben wir damals gegen den damaligen Zweitligisten Baunatal verloren. Ich musste zur Halbzeit raus und der Trainer meinte, ich hätte schlecht gespielt. Bis heute weiß ich nicht, was genau er damit gemeint hat.“

Das ist eines von vielen Dingen, die er heute versucht, als Trainer besser zu machen. „Ich bin in Häger allerdings noch in der Kennenlern-Phase“, schätzt er die momentane Situation ein: „Ich hab noch nicht bei allen raus, wie sie am besten angesprochen werden müssen. Der eine hört halt darauf, der andere mag diese Ansprache lieber.“

Damit alle zumindest ihn, den HSV-Coach Christian Vobejda, besser kennenlernen, bildet er den Auftakt zu unserer neuen Homepage-Serie „Im Profil“. Wir haben ihn mit Fragen überhäuft. Manche hatte er erwartet, manche wohl eher nicht . . .


Namen, Zahlen & Daten

Alter: 50
Geboren: in Rheinhausen

Wohnort: Halle/Westf.

Beruf: Diplom-Sportlehrer und Chemie-Ingenieur; derzeit Dozent der Sportwissenschaften an der Universität Bielefeld

Beim SV Häger: seit Juli 2010

Verheiratet – Kinder: mit Ulrike; die drei Kinder heißen Felix (18), Manon (16) und Alina (13; „fast 14“)


Vobejdas Lieblinge

Musik:
The Doors
Essen: Pfeffersteak (medium)
Getränk: Bier
Buch: ich bin ein reiner Urlaubsleser; dann in erster Linie Romane
Film: „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Papillon“
Sportler: Zinedine Zidane und vielleicht noch Björn Borg
Fernsehsendung: Sportschau ist Pflicht
Politiker: da muss man vorsichtig sein – vielleicht noch Willy Brandt
Schulfach: Sport
Auto: eigentlich nur ein Gebrauchsgegenstand – wenn, dann schwärme ich für alte. Wie mein Mercedes-Benz 300 SL Cabrio
Hobby – außer Fußball: allgemein Sport. Tennis, Handball, Volleyball, Kampfsport, Tauchen, aber auch Angeln, Wandern oder Pilze suchen. Nicht zu vergessen gutes Essen . . .

Vobejdas Extreme


Meine größte Fehlentscheidung:
in meiner Jugend nie konsequent trainiert zu haben
Meine größte Stärke: keine zu haben. Ich kann vieles ganz gut, bin aber nirgendwo ein wirklicher Spezialist
Meine größte Schwäche: ich kann schlecht aus mir herausgehen
Mein bester Trainer: Herr Bergmann, mein B-Jugend-Trainer bei OSC Rheinhausen
Mein erster Berufswunsch: Profifußballer; da war ich 10
Meine längste Rede: oft 90-minütige Vorlesungen; im Privaten extremst kurz
Mein größter Erfolg: meine Familie, meine Kinder
Meine schönste Niederlage: die gibt’s nicht
Mein schlimmster Gegner: die B-3 des VfB Homburg; der Schiri kam vom Gegner und es war auf Asche
Mein liebster Gegner: die Gladbacher A-Jugend
Mein größter sportlicher Wunsch: in Häger mit Freude und Teamgeist wirklich guten Fußball spielen


Neun Stichworte für Vobejda

Handy: muss leider sein
Fairness: wichtig
Fußball: DAS Hobby
Hans Danner: ein Kumpel
DFB: aus der Verkrustung erwacht, manchmal aber noch zu dogmatisch
Jeans: DAS Beinkleid schlechthin
Atomkraft: nein, danke
Häger: einfach etwas anders
Viererkette: ich mag den Satz von Horst Schmukat: "Es gibt nur zwei Mannschaften, die die Viererkette spielen können: Inter Mailand und - ihr nicht." Aber im Ernst: Ballorientiert zu spielen ist heute fast ein Muss – wie auch immer


Fragen über Fragen

Wem ich gerne einmal die Meinung sagen würde:
einer Person in meinem beruflichen Umfeld. Name wird nicht verraten
Worüber ich zuletzt geweint habe: ein Todesfall
Wen ich gerne einmal treffen würde: Kofi Anan oder Nelson Mandela
Was mich auf die Palme bringt: dass viele Politiker heute ihrer Vorbildfunktion in keinster Weise gerecht werden
Zu welchem Sport ich meinen Kindern raten würde: Mannschaftssportarten
Vor welchem Sport ich meine Kinder warnen würde: leistungsorientiert betriebener Ausdauersport
Worüber ich lachen kann: ganz unterschiedliche Situationen im normalen Alltag
Wo ich mich am wohlsten fühle: allein - in Ruhe  - am Wasser
Welche Peinlichkeit ich nie wieder erleben möchte: eine Situtation fällt mir sofort ein. Aber ich sage nicht, welche

Christian Vobejda im Wandel der Zeit: einmal mit seinen Eltern Doris und Kurt sowie Schwesterchen Marlies (vorne) Weihnachten 1960 knapp vier Monate nach seiner Geburt, dann fast ein Jahr später beim Urlaub in Kärnten und rechts als lockerer Serve-and-Volley-Spieler in einer Satzpause - posierend für den Fotografen.