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Das Sportplatzprovisorium Tappe währte zum Glück nicht lange; denn schon bald stellten der Vereinswirt Fritz Maßmann und die liebe Tante Anna ihr Gelände zur Verfügung, auf dem sich noch heute unser Sportplatz befindet. Es dauerte allerdings noch bis zum Jahre 1948, ehe der Sportplatz soweit hergerichtet war, dass er für den Spielbetrieb freigegeben werden konnte. Inzwischen war die Währungsreform erfolgt, man konnte für sein Geld wieder alles kaufen, und nun begann sich auch im Verein, der sich inzwischen „Sportverein Häger“ nannte, der Erfolg einzustellen. Die Mannschaft nahm im Spieljahr 1948/49 erstmalig an den Meisterschaftsspielen teil und errang auf Anhieb die Meisterschaft der 2. Kreisklasse und damit gleichzeitig den Aufstieg in die 1. Kreisklasse.

Im nächsten Spieljahr 1949/50 erreichte die Mannschaft mit dem Erringen der Kreismeisterschaft durch einen 8:6-Sieg über TV Kölkebeck einen weiteren sportlichen Höhepunkt. Die Sportbegeisterung innerhalb der Bevölkerung war während dieser Zeit so groß, dass ein Bus oft nicht ausreichte, um die Schlachtenbummler zu den Auswärtsspielen zu befördern. Die im Anschluss an die Kreismeisterschaft durchzuführenden Aufstiegsspiele zur Bezirksklasse wurden ebenfalls erfolgreich gestaltet, so dass sich der „kleine HSV“ im nächsten Jahr zu den Bezirksligisten zählen durfte.

Offensichtlich reichte die Spielstärke der Mannschaft jedoch nicht aus, um mit Erfolg in der Bezirksklasse bestehen zu können. Hinzu kam, dass Jugendspieler in die Mannschaft eingebaut wurden, wodurch das Spielverständnis untereinander litt und Spannungen auftraten. So blieb es nicht aus, dass Niederlagen hingenommen werden mussten, die letztlich zum Abstieg aus der Bezirksklasse führten. Wenngleich der Kern der Mannschaft auch bestehen blieb, so verlor sie doch durch Beendigung der aktiven Laufbahn und Abwanderung eine Reihe guter Spieler, wodurch sie trotz mancher schöner Erfolge nicht wieder zu ihrer alten Leistungsstärke zurückfand. Die Jugendarbeit, die der Kamerad Heinrich Große-Gödinghaus so erfolgversprechend begonnen hatte, konnte nicht fortgeführt werden, weil es in unserer kleinen Gemeinde zu wenig interessierte Jugendliche gab. Hierzu mag auch die immer größer werdende Popularität des Fußballs beigetragen haben. So ist es nicht verwunderlich, dass im Spieljahr 1954/55 die ersten Mannschaftsschwierigkeiten auftraten und der Spielbetrieb im Jahre 1955 ganz zum Erliegen kam.

Jetzt begann eine Zeit des totalen Stillstandes im Sportverein und nur ungern erinnern wir uns daran, dass versucht worden ist, diesen Verein, an dessen Aufbau und Führung über Jahrzehnte hinweg viele Leute in selbstloser Weise mitgewirkt haben, durch Umwandlung zu einem Heimatverein auszulöschen.

Darum kann an dieser Stelle die Initiative der Kameraden Fritz Maßmann und Kurt Kastrup nicht groß genug herausgestellt werden, weil sie es waren, die im Jahre 1963 in der entscheidenden Versammlung den Sportverein vor einem anderen Schicksal bewahrt haben. Seit dieser Zeit ging und geht es unter der Führung von zunächst Kurt Kastrup, Helmut Maidorn, Günter Stenzel, Hans Hagenhoff, Hubert Burbaum und später erneut Hans Hagenhoff beinahe stetig bergauf. Nicht nur, dass man feine Erfolge im Fußball sammeln konnte – nein, 1970 beziehungsweise 1980 gründeten sich auch zwei weitere „Sparten“ innerhalb des SV Häger: die Gymnastik- und die Tennis-Abteilung.


Der zweite Aufstieg in die Fußball-Kreisliga B 1982/83 - hinten, von links: Trainer Rainer Treseler, Dirk Schielmann, Volker Kirchhoff, Jörg Weinhorst, Wolf-Dieter Klees, Uwe Gehring, Roland Härtel, Jürgen Kastrup; vorne: Jörg Müller, Ekkehard Härtel, Peter Komnick, Michael Zerbst, Hartmut Ebke, Mehmet Akgüc und Betreuer Jakob Wiringa.

Der erste Aufstieg in die 2. Kreisklasse 1971/72 und die Wiederholung 1982/83

Lange Jahre kämpften die Hägeraner „Kickergrößen“ unter den Trainern Jupp Matthes, Manni Staude, Hans Hagenhoff, Heiko Schröder, Rainer Treseler, Reinhold Snurawa um Auf- und Abstieg in den heimischen C- und B-Ligen. Erinnert sei hier auch noch einmal an die größten Erfolge: 1971/72 gelang dem Club unter Trainer Jupp Matthes (Hans Hagenhoff löste ihn allerdings kurz vor Saisonende ab) erstmals der Aufstieg in die 2. Kreisklasse, wo man sich immerhin bis zur Serie 1979/80 behaupten konnte. Den folgenden Abstieg konnte man allerdings schon zwei Jahre später mit dem erneuten Wiederaufstieg kontern, als Rainer Treseler seine stark verjüngte Truppe zur C-Liga-Meisterschaft führte. Unvergessen hier vor allem der nicht zu zähmende Tordrang von Mittelstürmer Jürgen Kastrup, der mit seinen 54 Treffern nicht nur großen Anteil an den herausragenden Fakten (45:5-Punkte; 124:19-Tore) hatte, sondern hiermit auch eine Bestmarke im Altkreis setzte. Zehn Jahre dauerte anschließend der Kampf, um auf der „Klassenleiter“ noch eine weitere Stufe zu erklimmen, wobei man im ersten B-Liga-Jahr beinahe schon das Ziel erreicht hätte (Platz 4 in der Saison 82/83).


Die Aufstiegsmannschaft von Spielertrainer Hans Danner - hinten, von links: Kai-Uwe Paul, Ludger Raude-Roberg, Jürgen Richter, Jörg Weinhorst, Edgar Fels, Hartmut Ebke, Friedhelm Kämper, Volker Kirchhoff; Mitte: Peter Damaschek, Volker Niemann, Andreas Glootz, Ralf Milsmann, Thomas Kisker, Stefan Wenzel, Hans Danner; vorne: Andreas Berndt.

Der erste Aufstieg in die Kreisliga A 1990/91 und der große Sprung 1996/97 in die Bezirksliga

Erst Hans Danner gelang 1990/91 der „große Wurf“, als man in einem Entscheidungsspiel der beiden Gruppendritten im Hillegosser Osningstadion Teutonia Altstadt mit 1:0 bezwang (Torschütze: „Fiffi“ Kämper) und erstmals A-Ligist wurde. Zwei Serien (einmal unter Danner, einmal unter Bernd Brünger) konnte man sich behaupten – dann folgte 1993/94 der Abstieg. Passend jedoch zum 75-jährigen Jubiläum „schenkte“ das neuformierte Team um Trainer Jörg Müller (früher selbst unter Rainer Treseler Spieler beim SV Häger) sich selbst und dem Verein in diesem Jahr den Wiederaufstieg. Ja, mehr noch - das darauf folgende Spieljahr 1996/97 – wurde zu einer einzigen Jubelorgie, denn der „kleine HSV“ stockte die bereits im B-Liga-Aufstiegsjahr begonnene Erfolgsserie von 16 ungeschlagenen Spielen in der A-Liga auf über 40 Begegnungen auf und schaffte damit unangefochten den Durchmarsch in die Fußball-Bezirksliga. Und das alles, ohne einmal Platz eins verlassen zu müssen. Und alles, ohne einen einzigen Pfennig Geld für Spieler auszugeben, die Leistung nur gegen „Bares“ abliefern wollen . . .



Die Aufstiegsmannschaft von Trainer Jörg Müller 1995/96 - hinten, von links: Friedhelm Kämper, Ralf Milsmann, Andreas Berndt, Peter Wißmann, Trainer Jörg Müller, Guido Bartling, Thomas Kisker, Ralf Walendy, Sebastian Gehring, Fußball-Obmann Rüdiger Härtel; vorne: Urs Middelhauve, Jürgen Oberwahrenbrock, Dr. Christian Thelemann, Maik Friebe, Stephan Wiziald, Matthias Lerch, Stefan Wenzel und Attila Kahriman.



Die Aufstiegsmannschaft 1996/97 mit Trainer Jörg Müller - hinten, von links: Friedhelm Kämper, Thomas Kamann, Ralf Walendy, Thomas Kisker, Sebastian Gehring, Guido Bartling, Trainer Jörg Müller, Matthias Lerch, Andreas Pohlmann, Torwarttrainer Claus Meyer; vorne: Urs Middelhauve, Andreas Berndt, Attila Kahriman, Peter Wißmann, Stefan Köhler, Maik Friebe, Stefan Wenzel und Jürgen Oberwahrenbrock.

Die nachfolgenden Feierlichkeiten machten genauso wie die Saison davor deutlich, wo nach wie vor die Stärken des „kleinen HSV“ liegen. Hier trifft sich nicht eine bloße Zweckgemeinschaft dreimal in der Woche, sondern allen war und ist anzumerken, dass sie ihre Freizeit schlichtweg gerne gemeinsam verbringen. Man trifft sich nicht nur um Fußball zu spielen, so scheint es, sondern Fußball ist nur der Anlass sich zu treffen. Das Zusammenspiel verschiedenster Charaktere (und höchst verschiedenen Alters), die allesamt auf ihre ureigene Art Persönlichkeiten sind, macht damals wie heute den besonderen Reiz aus. Dass es im Jubiläumsjahr und auch danach gelang, scheinbar entstandene Lücken zwischen Gruppen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Interessen wieder zu schließen – die „Altherren-Spieler“ waren wieder Stammgäste bei den Spielen der „Ersten“ und die Tennis-Abteilung stellte ihr Clubhaus für die Aufstiegsfeier zur Verfügung – ließ alle den Erfolg besonders genießen . . .

Der Bezirksliga-Wiederaufstieg 2000/01 unter Trainer Jörg Müller - hinten, von links: Dan Strecker, Trainer Jörg Müller, Wolfgang Boese, Guido Bartling, Sebastian Gehring, Maik Slotta, Ralf Walendy, Andreas Pohlmann, Thomas Kamann, Malte Bentfeld, Matthias Lerch; vorne: Attila Kahriman, Mustaphe N'Dure, Jens Schlüer, Maik Friebe, Christian Degner, Friedhelm Kämper, Jan Bentfeld, Bastian Gontek und Rene Vemmer-Schiller.

Natürlich ist gerade der Sport geprägt von einem ewigen Auf- und Ab. Davon konnte sich auch der SV Häger nicht lösen. Dennoch war der Aufstieg 95/96 ein klarer Fixpunkt in der Vereinsgeschichte, denn fortan fielen die HSVer bis zum heutigen Zeitpunkt nie wieder unter die magische Grenze der Kreisliga A. Im Gegenteil: nach Bezirksliga-Abstieg (unter Heimkehrer Hans Danner) und kurzen – relativ erfolglosen -  Episoden in der Kreisliga A (mit den Trainern Thomas Pollmann und Horst Geukler, schaffte der SV Häger erneut unter Trainer Jörg Müller in der Saison 2000/01 den Wiederaufstieg in die Bezirksliga und danach - der bisher größte Erfolg – den Klassenerhalt.

Zwar konnte das Niveau unter dem Altprofi Wolfgang „Mongo“ Mittendorf – auch weil sich die Mannschaft qualitativ veränderte – nicht ganz gehalten werden, doch es folgten weitere Jahre in der Kreisliga A. Hier sammelten vor allem ehemalige Spieler als Trainer erste Meriten und konnten das Team auch in der mittlerweile eingleisigen und damit deutlich stärkeren Kreisliga A immer wieder ins obere Drittel führen: Maik Slotta, Guido Freitag und Stefan Meierebert.


Die 3. Aufstieg in die Bezirksliga, Saison 2008/09 - hinten, von links: Physiotherapeutin Oxana Schmidt, Fitnesstrainerin Susan Müller-Paulsen, Trainer Jörg Müller-Paulsen, Stephan Pleye, Tim Schlüter, Trainer Stefan Meierebert, Dominic Drees, Sven Friedrich, Gökay San, Sebastian Exner, Simon Block, Francisco Podlech-Bredfeldt, Benjamin Fila, Guido Freitag; vorne: Lennart Stüssel, Thomas Hagemeyer, Pascal Reuter, Dennis Müller, Johannes Pankoke, Marcel Diemann, Vitaly Schmidt, Martin Hagemeyer, Betreuer Michael Schulz, Daniel Kesegi und Thomas Grewe.

Als Letzterer aus beruflichen und privaten Gründen Ende 2008 um Ersatz für seine Position bat, übernahm letztmalig Abteilungsleiter Jörg Müller das Team und vollendete im Juni 2009 den dritten Bezirksliga-Aufstieg des Vereins, der im neuen Vereinslokal Weinhorst – die Gaststätte Maßmann hatte inzwischen aus Altersgründen schließen müssen – mit einer spontanen, unvergessenen Freudenfeier begossen wurde.


















Die Feier im (und vor dem) Vereinslokal Weinhorst nach dem 3. Bezirksliga-Aufstieg - mit dem geschmückten Wagen des Heimatvereins Häger im Bildhintergrund. Mehr oder weniger zu sehen sind - hinten, von links: Stephan Pleye, Simon Block, Jörg Müller-Paulsen, Stefan Meierebert, Johannes Pankoke, Lennart Stüssel, Michael Schutz, Banjamin Fila; mittlere Reihe: Guido Freitag, Vitaly Schmidt, Dennis Müller, Tim Schlüter, Marcel Diemann, Pascal Reuter, Sven Friedrich, Martin Hagemeyer, Daniel Kesegi, Thomas Hagemeyer; vorne: Thomas Grewe und Francisco Podlech-Bredfeldt.


Richtig einzuschätzen ist das erreichte Niveau sicher nur für denjenigen, der etwas von der Historie des Fußballkreises Bielefeld/Halle versteht, denn frühere „Groß-Kaliber“ wie die Spvg. Versmold, der TSV Amshausen, die SG Oesterweg oder auch der SC Halle hat der HSV hinter sich gelassen. Mehr noch: Auch die Clubs (SC Peckeloh, TuS Solbad Ravensberg), die zwischenzeitlich mit großem Aufwand an Häger scheinbar vorbeischossen, sind inzwischen wieder auf ähnliches Niveau zurechtgerückt. Noch wichtiger aber bleibt: seit mehr als zehn Jahren ist man im Stadtgebiet Werther vor dem großen BV und dem TuS Langenheide unangefochten die Nummer eins.

(Stand: 1. Januar 2010)